Der Autor, vor der zweiten Tasse
Ich bin Vater von zwei Kindern.
Das klingt zunächst nach einer nüchternen Information. In Wahrheit ist es eher eine Berufsbezeichnung ohne Ausbildung, ohne geregelte Arbeitszeiten und mit erstaunlich vielen Nachtschichten.
Ich schreibe nicht, weil ich Vatersein perfekt beherrsche. Ich schreibe, weil ich inzwischen genug erlebt habe, um zu wissen, dass es die meisten anderen ebenfalls nicht beherrschen. Manche geben es nur nicht so gern zu.
- Berufsbezeichnung
- Vater
- Ausbildung
- läuft noch
- Kinder
- zwei
- Nachtschichten
- nicht mehr zählbar
- Schritt drei
- wird noch gesucht
Ein Vater mit Erfahrung — leider meistens im Nachhinein
Als ich erfuhr, dass ich Vater werde, hatte ich selbstverständlich keine Ahnung, was auf mich zukommt. Ich hielt mich trotzdem für einigermaßen vorbereitet. Ich hatte schließlich schon Babys gesehen. Manche sogar aus nächster Nähe.
Das war ungefähr so, als würde man behaupten, man könne ein Flugzeug landen, weil man schon einmal am Flughafen war.
Zwischen Schwangerschaft, Kreißsaal, trockenen Keksen, schlaflosen Nächten und der Erkenntnis, dass Kinder ihre eigenen Regeln mitbringen, habe ich vieles gelernt. Meistens kurz nachdem ich es gebraucht hätte.
Kein Ratgeber von oben herab
Dieses Tagebuch ist kein Erziehungsratgeber. Hier erklärt dir niemand in zwölf einfachen Schritten, wie du ein perfekter Vater wirst. Schon deshalb nicht, weil ich nach zwei Kindern noch immer auf Schritt drei suche.
Ich erzähle von den Situationen, über die man vorher kaum spricht:
- gesellschaftliche Erwartungen
- gut gemeinte Ratschläge
- fragwürdige Entscheidungen
- kleine Katastrophen
- und die Momente, in denen man plötzlich merkt, dass man verantwortlich ist
Für einen echten kleinen Menschen. Oder zwei.
Ohne Bedienungsanleitung.
Ehrlich, aber nicht todernst
Viele Geschichten über Elternschaft sind entweder sehr romantisch oder sehr anstrengend. Meine Erfahrung war meistens beides gleichzeitig.
Momente, die dich berühren.
Momente, die dich überfordern.
Und Momente, in denen du versuchst, eine Lasagne verschwinden zu lassen, ohne dass deine hochschwangere Frau etwas davon bemerkt.
Deshalb erzähle ich diese Geschichte mit Humor. Nicht, weil alles lustig war — sondern weil Humor manchmal die einzige vernünftige Reaktion auf völlige Ahnungslosigkeit ist.
Für Männer, die bald Vater werden
Dieses Tagebuch richtet sich besonders an Männer, die gerade erfahren haben, dass sie Vater werden. An jene, die sich freuen. An jene, die Angst haben. Und an jene, die behaupten, völlig ruhig zu sein, während sie heimlich im Internet suchen:
Was braucht ein Baby wirklich?
Hier findest du keine perfekte Anleitung. Aber vielleicht erkennst du dich wieder. Vielleicht lachst du über meine Fehler. Vielleicht machst du später andere. Das gehört dazu.
Denn Vater wird man nicht in dem Moment, in dem jemand sagt: „Wir bekommen ein Kind." Man wird es langsam.
- Mit jeder Entscheidung.
- Mit jedem Fehler.
- Mit jeder kurzen Nacht.
Und mit jedem Moment, in dem man feststellt:
Ich habe noch immer keine Ahnung. Aber ich bin da.
Boris Merens
Vater von zwei Kindern und weiterhin in Ausbildung